Invasive Neophyten

Invasive Neophyten in Wiesbaden, im Rheingau und Taunus

Einige weitgehend naturbelassene, ökologisch wertvolle und landschaftlich besonders schöne Bachtäler rahmen die Stadt Wiesbaden ein. Die Mehrzahl dieser Bachläufe ist nun von einer teils beginnenden, teils schon überhandnehmenden Invasion von eingeschleppten Pflanzen wie dem Drüsigen Springkraut, dem Sachalinknöterich oder dem Japanischen Staudenknöterich betroffen. Diese Neophyten überwuchern und verdrängen einheimische Pflanzen und können in nur wenigen Jahren die Uferzonen ganzer Bachläufe vereinnahmen. Ein Mahnmahl dafür ist das Wiesbadener Goldsteintal, das fast über den ganzen Verlauf des Goldsteinbachs von Drüsigem Springkraut in dominanten Beständen überwuchert wurde. Ich setzte mich dafür ein, anderen Bachtälern in Wiesbaden und der näheren Umgebung dieses Schicksal zu ersparen und die natürliche Flora und Fauna sowie das schöne Landschaftsbild dort zu erhalten. Hierfür suche ich Partner und Verbündete in der Zivilgesellschaft und bei staatlichen Institutionen.

 

Aktuelle Verbreitungskarte invasiver Neophyten in Wiesbaden und dem Umland

Neophyten-Erhebung in Wiesbaden: Der Zugriff auf die Karte kann unter neophyten@ecoaid.de angefragt werden.

Im Sommer 2022 wurden die ökologisch relevantesten Bachtäler und Schutzgebiete in und um Wiesbaden im Rahmen eines umfassenden Monitorings auf Vorkommen invasiver Neophyten hin untersucht. Dieses Monitoring stellt derzeit die vermutlich umfassendeste, aktuellste und detaillierteste Erfassung invasiver Neophyten in diesem Gebiet dar.

Ziel des EcoAid-Neophyten-Monitorings ist es primär, die Ansiedlung von invasiven Neophyten möglichst frühzeitig zu erkennen und der Etablierung dieser Pflanzen an neuen Standorten vorzubeugen. Weiterhin ermöglicht es, die Standorte und den Grad einer Invasion dieser Pflanzen in ökologisch bedeutenden Bachtälern und Waldgebieten Wiesbadens zu erkennen. Die erfassten Daten wurden in eine – auf Anfrage – online zugängliche Verbreitungskarte übertragen. Erfasst wurden in 2022 vor allem Vorkommen von Drüsigem Springkraut, Sachalinknöterich (Riesenknöterich) und Japanischem Staudenknöterich. Mit einer Erweiterung um weitere Neophyten wie die Nordamerikanische Goldrute, Henrys Geisblatt, Riesenbärklau oder Späte Traubenkirsche wurde begonnen. Wer Interesse an dieser Arbeit hat, kann sie gerne aktiv unterstützen.

Zur Nutzung der Karte: Der Zugriff auf die Karte kann unter neophyten@ecoaid.de angefragt werden. Die Karte lässt sich am besten nutzen indem sie auf „full screen“ geschaltet wird und dann die Zonen von Interesse per Zoom vergrößert werden. Es werden dann die Fundorte sichtbar (gelb, orange und rot).  Gelb: Erste Einzelvorkommen invasiver Neophyten    Orange: Gruppen invasiver Neophyten bis 100 Pflanzen      Rot: Gruppen invasiver Neophyten mit über 100 Pflanzen. Beim Anklicken der eingetragenen Befallsflächen finden Sie Detailinformationen, meist auch mit Aufnahmen der Funde. Die Karte wird laufend aktualisiert. Schwarze Linien kennzeichnen die Bereiche des bisherigen Monitorings.   Copyright (C) der Karte und der hinterlegten Fotos: Manfred Krautter

 

Priorisierungempfehlungen für Monitoring- und Bekämpfungsmaßnahmen

Anhand  der erfassten Monitoringdaten wurde bewertet, mit welcher Priorität Maßnahmen gegen die Invasion problematischer Neophysten an den einzelnen Fließgewässern ergriffen werden sollten. Hierfür wurde ein bereits vom Landesamt für Umweltschutz Hessen verwendetes Bewertungssystem von EcoAid überarbeitet und auf zwölf Bewertungsparameter erweitert. Diese Bewertungen der Mehrzahl der ökologisch bedeutsamen Bachtäler in Wiesbaden sowie die abgeleiteten Empfehlungen zur Festlegung von Schutzzonen, für Monitoring- und Bekämpfungsmaßnahmen können bei EcoAid angefragt werden.

NABU-Arbeitsgruppe „Invasive Neophyten“

Die Arbeitsgruppe zu invasiven Neophyten des NABU Wiesbaden hat am 4. August ihre Arbeit aufgenommen. Ich wurde zum Ansprechpartner des NABU Wiesbaden und zum Leiter dieser AG benannt. Der Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Früherkennung und – in ausgewählten Bereichen – der Eindämmung des Auftretens invasiver Neophyten. Mitmacherinnen und Mitmacher sind herzlich willkommen.

Lippbachtal

  • Auf meine Anfrage hin wurde im Auftrag des Landesamts für Umweltschutz im Juli 2022 ein Gutachten zum vorkommen invasiver Neophyten im Lippbachtal angefertigt, in dem u.a. die Chancen möglilcher Bekämpfungsmaßnahmen bewertet werden.
  • Am 24. Juli 2022 fand ein erster Aktionstag am Lippbach statt, über den auch der Wiesbadener Kurier berichtete. Oberhalb des Feuchtbiotops wurden mehrere Einzelgruppen des Drüsigen Springkrauts entfernt. Am 14. August 2022 erfolgte eine Kontroll-Begehung, bei der kein oder nur geringes Nachwachsen des Springkrauts festgestellt wurde. Dort wo es auftrat, wurde es entfernt.
  • Auf einer separaten Website befnden sich weitere Informationen zum Lippbachtal

Kontakt

NABU Wiesbaden oder neophyten@ecoaid.de

 

Weitere Informationen

Unter folgenden Links finden Sie vertiefende Informationen zu invasiven Arten (für die Funktion und Inhalte dieser Links wird keine Gewähr übernommen):